Besteuerung Ihrer Fondsanteile

Liebe Kunden,

auf dieser Seite finden Sie allgemeine Informationen zur Besteuerung Ihrer Fondsanteile sowie Antworten auf die wichtigsten Fragen. 

Wie werden Fonds besteuert?

Besteuerung der Fondsgesellschaft:

Seit der Reform des Investmentsteuergesetz Anfang 2018 müssen in- und ausländische Fondsgesellschaften auf bestimmte inländische Erträge Steuern in Höhe von 15 % zahlen. Durch diese Besteuerung können sie auch nur den Nettobetrag dieser Erträge ausschütten oder reinvestieren. 

Besteuerung des Anlegers: 

Abgeltungsteuer

Gemäß der Abgeltungsteuer müssen Anleger Kapitalerträge pauschal mit 25 % zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag sowie ggfs. Kirchensteuer versteuern. In Höhe des sogenannten Sparer-Pauschbetrages (Freistellungsauftrag, maximal 801 Euro bzw. 1.602 Euro für Verheiratete/Lebenspartner) sind Kapitalerträge jedoch steuerfrei.

Für Privatanleger sollte sich die Besteuerung auf Ebene des Investmentfonds grundsätzlich nicht nachteilig auswirken. Denn die Anleger erhalten mit der sogenannten Teilfreistellung einen Ausgleich dafür, dass der Fonds selbst besteuert wird. Ausschüttungen des Fonds und Gewinne der Anleger aus dem Verkauf von Fondsanteilen bleiben teilweise von der Abgeltungsteuer verschont. Die Höhe des steuerfreien Anteils richtet sich nach der Art des Fonds. 

Vorabpauschale

Im Rahmen des Investmentsteuerreformgesetz kam mit der Einführung der Vorabpauschale eine weitere Neuerung hinzu. Die Vorabpauschale ist ein fiktiver zu versteuernder Betrag für Fonds, die in einem Jahr keine oder nur geringe Erträge ausgeschüttet haben. Die Vorabpauschale orientiert sich dabei an der von der Deutschen Bundesbank ermittelten langfristig erzielbaren Rendite aus öffentlichen Anleihen. Werden Erträge nicht ausgeschüttet, sondern verbleiben im Fonds und steigern somit den Wert der Fondsanteile, werden diese zunächst nicht versteuert. Durch Zahlung von Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale soll ein Steuerstundungseffekt vermieden werden. Die Steuerzahlung fällt so bereits während der Haltedauer und nicht erst geballt beim Verkauf der Fondsanteile an.

Häufige Fragen

Welche Erträge müssen die Investmentfonds selber versteuern?

Die Steuer in Höhe von 15 % gilt für Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien, falls diese Einkünfte des Fonds aus Deutschland stammen.

Wie wird die Besteuerung auf Fondsebene bei den Anlegern ausgeglichen?

Anleger zahlen für die Ausschüttungen des Fonds und für Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen teilweise keine Abgeltungsteuer, sofern eine sog. Teilfreistellung für den Fonds anwendbar ist.

Die Höhe des steuerfreien Anteils richtet sich nach der Höhe der Aktienquote im Fonds. Fonds mit einer Aktienquote von mindestens 25 % (sog. Mischfonds) haben eine Teilfreistellung auf Erträge von 15 % für Privatanleger, Fonds mit einer Aktienquote von mehr als 50 % (sog. Aktienfonds) haben eine Teilfreistellung auf Erträge von 30 % für Privatanleger.

Wie hoch ist der steuerfreie Anteil bei den von Moneyou angebotenen Fonds?

Der ABN AMRO Profilfonds A hat auf Grund seines geringen Aktienanteils keinen steuerfreien Anteil. Der ABN AMRO Profilfonds B und der Profilfonds N haben einen steuerfreien Anteil von 15 %, der ABN AMRO Profilfonds C hat einen steuerfreien Anteil von 30 %.

Was passiert steuerlich bei Verkäufen von Fondsanteilen mit Verlust?

Verluste aus dem Verkauf von Fondsanteilen können mit positiven Einkünften aus Kapitalvermögen verrechnet werden.

Können Anleger Verluste vortragen?

Ja, Anleger können Verluste im Rahmen der bei Moneyou geführten Verlusttöpfe vortragen lassen und automatisch zur Verrechnung von zukünftigen Erträgen und Gewinnen nutzen. Anleger können sich Verluste auch bescheinigen lassen und im Rahmen ihrer Steuerveranlagung zur Verrechnung mit anderen Kapitalerträgen nutzen.

Was ist die Vorabpauschale?
Nicht ausgeschüttete Erträge aus Fonds werden seit Anfang 2019 nicht mehr erst beim Verkauf der Fondsanteile, sondern bereits jährlich mit einem fiktiven Betrag versteuert, der sogenannten Vorabpauschale.

Die Höhe der Vorabpauschale bezieht sich immer auf das Vorjahr. Wenn die Fondsanteile tatsächlich verkauft werden, werden die bis dahin versteuerten Vorabpauschalen vom Ergebnis des Veräußerungserlöses abgezogen (Veräußerungserlös minus Anschaffungskosten minus Vorabpauschale). Das bedeutet, dass sich ein Veräußerungsgewinn um bereits besteuerte Vorabpauschalen mindert (und damit auch die Steuerlast). Bei einem Veräußerungsverlust erhöht die bereits berechnete Vorabpauschale Ihren Veräußerungsverlust. Eine doppelte Besteuerung ist also ausgeschlossen.
 
Welche Fonds sind von der Vorabpauschale betroffen?

Grundsätzlich können alle inländischen und ausländischen Fonds von der Vorabpauschale betroffen sein, die keine oder nur geringe Erträge ausschütten.

Wie hoch ist die Vorabpauschale?
Im Zuge der Investmentsteuerreform werden in 2020 die ABN AMRO Profilfonds erstmals anhand der Vorabpauschale besteuert, da sie keine Erträge ausgeschüttet haben. Die Höhe der Vorabpauschale ergibt sich aus dem Wert des Fondsanteils zum Jahresbeginn 2019, multipliziert mit 70 Prozent des Basiszinses, einem Zinssatz, der von der Deutschen Bundesbank ermittelt wird.

Die zu zahlende Abgeltungsteuer wird entweder mit Ihrem Freistellungsauftrag verrechnet oder Ihrem Tagesgeldkonto belastet.
 
Erhöht die Abgeltungsteuer auf eine Vorabpauschale meine bisherige Steuerbelastung im Fondsbereich?

Die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale ist keine zusätzliche Steuer. Als Anleger versteuern Sie die jährliche Ausschüttung Ihrer Fonds. Werden Erträge nicht ausgeschüttet, können Sie diese zunächst auch nicht versteuern. Durch Zahlung von Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale soll ein Steuerstundungseffekt vermieden werden. Die Steuerzahlungen werden so möglichst gleichmäßig über die Haltedauer verteilt und fallen nicht geballt beim Verkauf der Fondsanteile an. Zur Vermeidung einer steuerlichen Doppelbelastung werden die bereits besteuerten Vorabpauschalen vom Veräußerungsergebnis abgezogen (siehe hierzu unten).

Was muss ich unternehmen, oder wie wird die Steuer abgeführt?

Die Kapitalertragsteuer (inkl. Solidaritätszuschlag plus ggf. Kirchensteuer) auf die Vorabpauschale wird von Moneyou an das Finanzamt abgeführt. Ein vorliegender Freistellungsauftrag oder ggf. eine Nichtveranlagungsbescheinigung werden berücksichtigt. Ebenso findet wie bei allen Kapitalerträgen aus Fonds die Gewinn-/Verlustverrechnung mit dem Verlustverrechnungstopf ‚Sonstige‘ statt. Kann die Steuerlast dadurch nicht vollständig ausgeglichen werden, erfolgt die Buchung der Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale auf Ihrem Moneyou Tagesgeldkonto. 

Wird die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale bei einem späteren Verkauf angerechnet?

Ja, bei einer späteren Veräußerung der Fondsanteile werden alle schon besteuerten Vorabpauschalen des Fonds anteilsbezogen vom Veräußerungserlös abgezogen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.

Warum wird/wurde die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale von meinem Konto abgebucht?
Im Rahmen der Investmentsteuerreform muss die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale vom Fondsanleger selbst bereitgestellt werden. Das heißt, die depotführende Stelle im Inland zieht die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale Anfang Januar eines Jahres für das vergangene Jahr ein. Die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale für die ABN AMRO Profilfonds für das Jahr 2019 wurde von Moneyou am 10. Dezember 2020 mit Wertstellung 01.01.2020 Ihrem Tagesgeldkonto belastet.

Liegt ein Freistellungsauftrag in ausreichender Höhe oder eine Nichtveranlagungsbescheinigung vor, dann wird diese bei der Berechnung der Abgeltungsteuer berücksichtigt. Auch eine Verlustverrechnung erfolgt für die Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale wie üblich.