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Markt und Trends

Verloren im digitalen Kosmos

28 Juli 2018

Tagtäglich schlagen wir uns mit dem digitalen Kosmos herum. 
Eine Flut von Daten verfolgt uns ständig und auch die digitalen Services haben sich für viele Nutzer bereits von Segen zum Fluch entwickelt. 

Wie waren noch mal die Daten für den Log-in …

Das Internet – unendliche Weiten … Ihre sozialen Kontakte pflegen Sie über Facebook und Instagram, über WhatsApp, Snapchat, Twitter, LinkedIn oder welche Netzwerke auch immer. Ihr Geld verwalten Sie über diverse Online-Banking-Zugänge. Sie sind in zahllosen Kundenportalen registriert, von den Dutzenden Online-Shops ganz zu schweigen. Und wie hieß die Community noch, in der Sie gestern einen Account erstellt haben?

Wenn Sie einmal zusammenrechnen, kommen Sie locker auf die durchschnittlich 20 bis 30 verschiedenen Konten und Zugänge, von der aktuelle Studien sprechen. Alle mit unterschiedlichem Design und Aufbau, jedes mit Benutzernamen, Passwort, Konto-, Kunden- oder Mitgliedsnummer. Wer da den Überblick behalten will, braucht ein phänomenales Gedächtnis. Oder Listen: analog trifft digital.

Das Silicon Valley liefert dauernd neue Dienste

Ja, das sind Erste-Welt-Probleme. Aber die werden eher schlimmer als besser. Denn das Silicon Valley und andere Denkfabriken bringen einen neuen Service nach dem anderen heraus. Und uns fehlt die Zeit, um uns damit zu beschäftigen und diese tollen Services auch zu nutzen.

Verloren im Datendschungel also? Nein, das kann nicht die Lösung sein. Meint auch Rob Smit. Er arbeitet für TNT Digital, die digitale Sparte des niederländischen Mobilitätsdienstleisters. Als Senior UX Researcher sind alle Aspekte der digitalen Nutzerfreundlichkeit und Interaktion sein täglich Brot.

Rob Smit betont, dass es durchaus gute Ansätze von Digitalkomfort gibt: In seiner niederländischen Heimat ist dafür sogar der Staat verantwortlich – man höre und staune! DigiD heißt die Errungenschaft, mit die Bürger unseres Nachbarlandes die Online-Dienste der niederländischen Behörden nutzen können. Einmal beantragt, genügt ein Log-in mit DigiD für sämtliche digitalen Behördengänge. Und es funktioniert großartig – vielleicht gerade weil es eher einfach gestrickt ist.

Schon bei Banken könnte es bequemer sein

Damit sind die niederländischen Ämter und Organisationen der Privatwirtschaft deutlich voraus. Rob Smit kennt das auch ganz privat. Er hat kürzlich für seine Immobilie eine Hypothek bei der ING aufgenommen – weil er dort sein Gehaltskonto hat. ABN AMRO hätte ihm günstigere Konditionen bieten können, aber dann hätte er auch mit seinem Konto zu ABN AMRO wechseln müssen. Also blieb er bei ING. Würde eine Online-Umgebung existieren, in der mehrere Banken verbunden wären, hätte Rob Smit nicht vor diesem Dilemma gestanden.

Aber das Problem betrifft ja nicht nur die Banken. Sondern selbst die Global Player des Computerzeitalters. Apple etwa, Samsung oder Google. Apple TV, iPhone, iPad, Apple Home und die Uhr von Apple verstehen sich prächtig. Aber mit einem Produkt von Google oder Samsung ist die Kommunikation schon deutlich schwieriger. Wenn nicht unmöglich. 

Alle Unternehmen haben Interessen

Warum ist das so? Weil die Hersteller kommerzielle Interessen haben. Unterschiedliche kommerzielle Interessen natürlich. Jeder Hersteller, jeder Anbieter, jede Bank oder jeder Telekommunikationsanbieter möchte den Kunden in „seiner“ Umgebung halten. Hier sollen die Kunden sich einloggen, Dienste nutzen, Waren und Dienstleistungen bestellen.

Aber für jedes Unternehmen brauchen Sie ein Log-in, mit Name und Passwort. Es wäre doch viel besser, wenn Dienste und Portale miteinander verknüpft wären. Einmal einloggen und beispielsweise alles rund ums Haus verwalten: Wasser, Gas, Strom, Telefon, Internet, TV, Hypothek und Versicherungen.

Teilweise gibt es das ja durchaus. So erhalten die Kunden über die vor Kurzem vorgestellte neue App Moneyou Go ein kostenloses Konto zum bequemen Regeln der Finanzen – zum gezielten Sparen und Geld ausgeben. Mit Zinsen und kostenloser Debit-Mastercard. Einfach, übersichtlich und transparent. Auch Google befindet sich natürlich auf dem besten Weg in die Zukunft. Immer mehr Dienste sind über den Google-Account verbunden – bis hin zur Uber-Taxi-Bestellung in Google Maps.

Schauen wir doch einmal nach China

Das muss längst nicht das Ende der Fahnenstange sein. WeChat, das chinesische Pendant zu WhatsApp, eröffnet seinen Nutzern eine Fülle an Services: Essen per WeChat bestellen? Kein Problem! Oder die schmutzige Wäsche abholen lassen, ein Taxi ordern, Rechnungen überweisen, in Geschäften bezahlen … in WeChat sind eine Menge wichtiger Funktionen gebündelt.

Natürlich muss dabei bedacht werden, dass nicht alle Dienstleistungen in einer Hand vereint sein können. Weder in einem Unternehmen noch beim Staat. Denn damit würde wiederum zu viel Macht an einer Stelle konzentriert. Aber kunden- und nutzerfreundliche Lösungen müssen kommen. Die Menschen erwarten digitale Einfachheit. Die Welt ist schließlich kompliziert genug.

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